Warum KI-Pilotprojekte stecken bleiben und wie Sie es vermeiden
Kurz beantwortet
KI-Pilotprojekte bleiben meist aus vier Gründen stecken: Es fehlt ein messbares Ziel, der Pilot ist nicht an echte Abläufe und Systeme angebunden, niemand ist für den späteren Betrieb verantwortlich, und die Mitarbeitenden wurden nicht einbezogen. Wer diese Punkte vor dem Start klärt, macht aus einem Pilot deutlich eher eine Lösung, die im Alltag genutzt wird.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen? Erstgespräch vereinbaren
Die Vorführung war beeindruckend. Die KI hat Dokumente in Sekunden ausgelesen, alle waren begeistert. Drei Monate später nutzt sie niemand. Diesen Verlauf erleben viele Unternehmen, und fast nie liegt es an der Technik. Es liegt daran, wie der Pilot aufgesetzt wurde.
Woran scheitern KI-Pilotprojekte?
Es gibt kein messbares Ziel
„Wir probieren das mal aus“ ist kein Ziel. Ohne Kennzahl lässt sich am Ende nicht entscheiden, ob der Pilot erfolgreich war. Legen Sie vorher fest, woran Sie den Erfolg messen: Minuten pro Vorgang, Durchlaufzeit, Fehlerquote oder die Zahl der Rückfragen.
Der Pilot läuft im Labor
Getestet wird mit zehn sauberen Beispieldokumenten, nicht mit dem echten Posteingang. Die Ergebnisse werden von Hand in die Software kopiert. Im Alltag zeigt sich dann, dass ein Viertel der Fälle Sonderfälle sind und das Kopieren mehr Zeit kostet, als die KI spart. Ein guter Pilot arbeitet mit echten Fällen und ist an mindestens ein echtes System angebunden.
Niemand ist für den Betrieb zuständig
Wer beantwortet Fragen, wenn etwas nicht funktioniert? Wer passt die Lösung an, wenn sich ein Formular ändert? Wer bezahlt die laufenden Kosten? Bleiben diese Fragen offen, endet der Pilot mit der Präsentation.
Das Team wurde nicht gefragt
Wenn die Menschen, die den Ablauf täglich erledigen, erst zur Schulung dazukommen, fehlen ihr Wissen über Ausnahmen und ihre Bereitschaft, etwas Neues zu nutzen. Wie Sie das besser machen, steht im Beitrag Automatisierung einführen.
Wie sieht ein Pilot aus, der im Alltag ankommt?
- Ziel und Erfolgskriterium schriftlich festhalten, zum Beispiel „Bearbeitungszeit pro Antrag von 20 auf 8 Minuten“.
- Mit echten Daten arbeiten, datenschutzrechtlich abgesichert.
- An ein echtes System anbinden, damit kein Kopieren von Hand nötig ist.
- Eine feste Laufzeit vereinbaren, meist vier bis acht Wochen.
- Am Ende entscheiden: ausbauen, anpassen oder beenden. Alle drei sind gute Ergebnisse, wenn sie auf Zahlen beruhen.
Pilot oder Prototyp?
Die Begriffe werden oft gleich verwendet. Entscheidend ist, dass am Ende eine Lösung steht, die sich weiterentwickeln lässt, statt einer Demo, die weggeworfen wird. Warum ein schlanker Prototyp oft der beste Weg ist, beschreibe ich im Beitrag Prototyp statt Pflichtenheft. Welche Anwendungsfälle sich überhaupt für einen Pilot eignen, steht im Beitrag Welche KI-Projekte lohnen sich?
Julius Launhardt begleitet KI-Projekte im Mittelstand vom ersten Prototyp bis in den täglichen Betrieb. Mehr dazu auf der Seite zur KI-Beratung.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ein KI-Pilot laufen?
Vier bis acht Wochen reichen für die meisten Anwendungsfälle. Lange genug, um mit echten Fällen zu arbeiten, kurz genug, damit die Entscheidung nicht verschleppt wird.
Ist es schlimm, einen Pilot abzubrechen?
Nein, wenn die Entscheidung auf Zahlen beruht. Ein begründeter Abbruch nach wenigen Wochen ist viel günstiger als ein Projekt, das jahrelang halb genutzt wird.
Wer sollte einen KI-Pilot verantworten?
Eine Person aus dem Fachbereich, der den Nutzen hat, nicht nur die IT. Sie kennt den Ablauf, kann Erfolg beurteilen und sorgt dafür, dass die Lösung im Alltag ankommt.
Darf ich im Pilot echte Kundendaten verwenden?
Oft ja, wenn die Verarbeitung datenschutzrechtlich abgesichert ist, etwa über einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter. Wo möglich, helfen pseudonymisierte Daten. Klären Sie das vor dem Start mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
